Ich schreibe ein eBook. Teil 3: Ausdruck und Stil. Oder besser: Kreativität und gute Gefühle

Ich habe einen Sprachfehler: ich bin ein Nerd. Ich kann mich mit anderen Nerds so unterhalten, dass mich normale Menschen nicht verstehen. In der Schule war ich froh, in einem Aufsatz eine 3 zu bekommen. Ich empfand Schreiben als eine Last. Ich habe keine formale Ausbildung, wie ein gutes Buch zu schreiben ist. Kennst Du eines dieser Probleme?

Dabei ist es ganz einfach: fühle Dich gut beim Schreiben. Du erzeugst beim Leser das Gefühl, das Du beim Schreiben hast. Du solltest das Thema lieben, über das Du schreibst.

Stephen King hat einmal beschrieben, wie er sich morgens zum Schreiben motiviert: gar nicht. Eine kalte Hand packt ihn am Kragen, zerrt ihn aus dem Bett und zwingt ihn zum Schreiben. Sein Gefühl passt genau zu dem, was er beim Leser erzeugen möchte.

Enthusiasmus? Begeisterung? Liebe? Horror? Fühle, was Du ausdrücken willst, und es wird beim Leser ankommen. Erwähnte ich schon, dass Du das Thema lieben solltest, über das Du schreibst?

Es gibt Zeiten, in denen es einfach fließt beim Schreiben. Ich fühle eine positive Aufregung. Ich weiß, was ich schreiben will und die Worte fließen einfach aus mir heraus in die Tastatur. Manche Autoren diktieren auch. Zu anderen Zeiten bin ich am organisieren, prüfe ob die Reihenfolge passt, korrigiere Fehler, vereinfache Satzungetüme.

Ich kenne niemanden, der beides gleichzeitig kann: kreativ sein, alles auf sich zufliegen lassen, die Worte aus sich herausfließen lassen auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite prüfen, verbessern und organisieren. Deshalb mache ich immer nur nur eines von beiden. Kreativ oder zerstörerisch. Nie beides gleichzeitig.

Etwa ein Viertel der Kapitel, die ich geschrieben habe, kommen nicht ins Buch: zu schlecht, passt nicht ganz zum Thema, trau mich nicht zu veröffentlichen, welche Gründe auch immer. War es Zeitverschwendung, diese Kapitel zu schreiben? Nein! Denn es hat mir erlaubt, in der ersten Phase einfach kreativ drauflos zu schreiben, im Vertrauen darauf, dass ich mir das später noch einmal ansehe. Die anderen Kapitel sind dadurch viel besser geworden.

Und was, wenn ich Tage habe, an denen das Schreiben einfach so funktioniert und andere Tage, an denen es nicht klappt? Ich mache es so, dass ich dann die schlechteren Tage nutze, um andere Dinge zu erledigen und um die guten Tage zum Schreiben zu haben. Oder ich greife in meine Trickkiste, um den Tag zu einem Guten zu machen.

Viel Spaß beim Schreiben!
Gerd

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